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AufKLÄRung macht Schule

Montag, 14. Juni 2010. 10.00 – 13.00 Uhr. VS Seiersberg. „Was Hänschen nicht lernt,…“ – kostet Hans später so einiges. Hygieneartikel oder Speisereste, die unsachgemäß über den Kanal entsorgt werden, verursachen weit mehr als 6 Mio. Euro an Mehrkosten!

Im Rahmen der „Denk KLObal“-Initiative klärten Michael Lechner und Wolfgang Probst vom AWC Grazerfeld 70 SchülerInnen in der VS Seiersberg auf.

„Was war der ungewöhnlichste Fund?“, „Werden die toten Tiere dann begraben?“, „Wie schaut es eigentlich in einer Kläranlage aus?“ 70 begeisterte SchülerInnnen aus drei Klassen der VS Seiersberg bombardierten Michael Lechner geradezu mit Fragen. „Es ist toll, wie viel Interesse die Kinder an diesem Thema von sich aus mitbringen. Sie gehen fast gänzlich ohne Scham mit dem für Erwachsene oftmals komplizierten Thema ‚Kanal’ und ‚Toilette’ um,“ freut sich der Initiator der Informationsoffensive „Denk KLObal, schütz‘ den Kanal“.

Wie die tägliche Arbeit der heimischen Abwasserreinigungsunternehmen und deren Abwassertechniker zeigt, gibt es steiermarkweit noch so einiges an Informationsbedarf. Essensreste, Hygieneartikel, wie Tampons und Binden, Motoröle und Bauschutt sind gängige „Fundstücke“. Aber auch ein 30-m-langer Gartenschlauch und Bohrmaschinen waren schon dabei. Hier sind vor allem die Eltern gefordert, ihren Kindern als gutes Beispiel voranzugehen.

„Die Erfahrung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler eigentlich kaum Fehlwürfe verursachen, aber es ist wichtig mit der Aufklärungsarbeit möglichst früh zu beginnen. Nur wenige Steirerinnen und Steirer wissen, welche schwerwiegenden Folgen unsachgemäße Entsorgung für die großen unterirdischen und kostspieligen Leitungslängen und Anlagen(teile) nach sich ziehen,“ weiß Michael Lechner. Mit der Informations-Offensive „Denk KLObal, schütz’ den Kanal!“ soll nun das Bewusstsein für das steirische Kanalnetz geschärft werden um die hohen volkswirtschaftlichen Kosten einzudämmen.

Jeder kann etwas dazu beitragen, die Kanalbenützungsgebühren zumindest nicht weiter steigen zu lassen. Wie leicht das geht, wissen jetzt auch die SchülerInnen der VS Seiersberg: „Das Öl von den Fischstäbchen kommt in den Öli.“ „Die alten Medikamente bringen wir zurück in die Apotheke.“ Und die Essensreste? „Die kommen in den Biomüll.“

Am Dienstag, dem 15. Juni 2010, um 8:30 Uhr ging es von der Theorie in die Praxis über. Der AWV Grazerfeld öffnete den SchülerInnen die Türen und gewährte Einblicke in die fachgerechte Abwasserreinigung sowie in den Kanalschaupark.